Elektronische Dienste Verwaltung und Politik Bürgerservice Tourismus und Stadtinfos Wirtschaftsservice Kultur und Freizeit Impressum






Bildung ist in der Diskussion: spätestens seit der Vorlage der internationalen PISA-Studie und der darauf folgenden politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung werden Fragen nach dem Bildungsbegriff, den Bildungsinhalten, den Bildungsorten gestellt. Was sollen junge Menschen heute lernen? Die hergestellten Zusammenhänge zwischen sozialökonomischen Lebenslagen und Bildungschancen werden allerdings selten weiter geführt und sind schon fast wieder vergessen.


Bildung ist mehr. Mehr als Schule, mehr als Lernen und Wissen. Diese Position hat zumindest die Jugendhilfe in ihrem Selbstverständnis, in fachlichen Postulaten und in Auseinandersetzung mit einem engen, auf Zweckmäßigkeit und Verwertbarkeit gerichteten Bildungsbegriff, eingefordert, der in der Regel unter Bildung nur Veranstaltungen in Schulen, Hochschulen und in der beruflichen Ausbildung im Blick hat.


In der Streitschrift des Bundesjugendkuratoriums "Zukunftsfähigkeit sichern! - Für ein neues Verhältnis von Bildung und Jugendhilfe" ist die Jugendhilfe aufgerufen, sich in den Bildungsdiskurs einzubringen:

· Zunächst muss Jugendhilfe in weiten Bereichen ihr Selbstverständnis im Rahmen der Bildungsaufgaben der Gegenwart grundsätzlich überdenken sowie ihre Maßnahmen, Konzepte und Angebotsstrukturen kritisch überprüfen und weiterentwickeln, damit sie den jungen Menschen und ihren Familien in ihren Bildungsbedürfnissen gerecht werden.

· Jugendpolitik muss dann in der öffentlichen Debatte reklamieren, dass Jugendhilfe einen unverwechselbaren und unverzichtbaren Beitrag zur Bildungslandschaft erbringt. Sie muss die Kooperation der einzelnen Bildungsträger zur Weiterentwicklung von umfassenden Bildungsgelegenheiten anmahnen.

· Schließlich müssen Jugendhilfe und Jugendpolitik im Rahmen von anwaltschaftlicher Interessenvertretung dafür Sorge tragen, dass Benachteiligungen erkannt und abgebaut werden, damit Bildung der Selbstentfaltung des Individuums und der Humanisierung und Demokratisierung der Gesellschaft dient.

Im Rahmen des diesjährigen Nürnberger Forums der Jugendarbeit wird dies aufgegriffen und auf das eigene Handlungsfeld - die außerschulische, offene und verbandliche Arbeit von, mit und für junge(n) Menschen - bezogen. Dabei stehen folgende Inhalte und Fragen zur Diskussion:

· Was ist Bildung? Welche Bildungsinhalte gibt es?

· Wie ist die aktuelle Debatte im Rückgriff auf historische und philosophische Grundlagen einzuordnen?

· Was sollen und was können junge Menschen heute lernen?

· Wie gehören Bildung und Jugendarbeit zusammen? Gibt es spezielle, definierbare Bildungsprojekte in der Kinder- und Jugendarbeit, ist Kinder- und Jugendarbeit identisch mit Bildung oder ist Bildung querschnitthaft in der Kinder- und Jugendarbeit zu fassen?

· Welche Ziele verfolgt Kinder- und Jugendarbeit in und mit ihren eigenen Bildungsansätzen?

· Welche Lernorte gibt es in der bildungsorientierten Kinder- und Jugendarbeit?

· Welche spezifischen Methoden gibt es in der Kinder- und Jugendarbeit für Bildungsprozesse?

· Welche Anforderungen sind an die (künftige) Zusammenarbeit von Jugendarbeit und Schule zu stellen?


Auch bei diesem "nürnberger forum der jugendarbeit" werden wir die bewährte Mischung aus Vorträgen mit grundsätzlicherer Themenstellung und einer interessanten Vielzahl von Praxis- und Projektverstellungen beibehalten, basierend auf einer engen Zusammenarbeit von kompetenten Partnern.


Mit dem "nürnberger forum der jugendarbeit" sprechen wir vor allem Fachkräfte an, die in der Offenen und verbandlichen Kinder- und Jugendarbeit, der außerschulischen Jugendbildung und im Tagesstättenbereich tätig sind, aber auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der betrieblichen und kulturellen Bildung.


Die Auseinandersetzung mit dieser interessanten Thematik bewegt sich nicht nur auf regionaler Ebene, sondern bezieht bundesweite Konzepte und Projektvorstellungen mit ein und richtet sich somit an bundesweites Publikum.