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Jugendarbeit
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Nürnberger Forum der Kinder- und Jugendarbeit 2011

Einführung

Grafik: Ich bin jung, ich kann nicht warten!

Jugendliche und Graffiti Mitreden Jugendliche im Gras liegend Jugendliche international

Zahlen, Daten, Fakten – Wissen und Wirkungen (in) der Kinder- und Jugendarbeit.

Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein bedeutendes Handlungsfeld der Sozialen Arbeit. Im normativen Rahmen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes nimmt sie eine herausgehobene Position ein, auch, aber nicht nur wegen ihrer historischen Bezugslinien und Bedeutsamkeit bei der Entwicklung der Organisation und Ausgestaltung der fachlichen Praxis der gesamten Kinder- und Jugendhilfe.

Ohne Zweifel hat Kinder- und Jugendarbeit einen hohen Nutzen, eignen sich junge Menschen in der Kinder- und Jugendarbeit zentrale Kompetenzen und Qualifikationen an, die für die Entwicklung der Persönlichkeit, der Lebensführung, der Bewältigung von Alltagsproblemen und der beruflichen Perspektiven von unschätzbarem Wert sind. Kinder- und Jugendarbeit leistet ihren Beitrag somit auch in kommunalen, sozialräumlich orientierten Bildungslandschaften. Diese außerschulischen Bildungsprozesse werden gerade wieder zunehmend zum Gegenstand jugend-, sozial- und bildungspolitischer Diskussionen. Die Möglichkeiten und Chancen der Kinder- und Jugendarbeit werden - wieder einmal – „entdeckt“.

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Im Vergleich zu anderen Bildungsorten gibt es jedoch einen bedeutenden Unterschied: Kinder- und Jugendarbeit vergibt keine Noten, stellt keine Zeugnisse aus, nimmt keine Messungen der erworbenen Qualifikationen vor. Lernen findet anders statt. Wirkungen können kaum direkt nachgewiesen, vielleicht mit erheblichem Aufwand retrospektiv erhoben und ermittelt werden. Ist damit der Fall erledigt?

Nein, denn: Zahlen, Daten und Fakten werden in der Kinder- und Jugendarbeit schon lange produziert, allerdings eher einrichtungsbezogen, kaum vernetzt oder mit unterschiedlichen Erhebungsinstrumenten. Sie sind vorhanden, aber wenig aufeinander bezogen und für Außenstehende kaum verfügbar.

Mit der Ausrichtung auf Controlling- und Evaluationsmethoden, die in den letzten Jahren entstanden sind, konnten neuere Wissens- und Erkenntnisansätze in der Kinder- und Jugendarbeit nutzbar gemacht werden, in der Regel zur Klärung, Darstellung und Weiterentwicklung von Konzepten und Planungen der Angebote.

Oft in diesem Zusammenhang sind auch Befragungen von „Kunden“, Nutzerinnen und Nutzern von Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit, von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstanden, die vielfach die zentralen Funktionen der verbandlichen und Offenen Arbeit beschreiben und belegen. Hier finden sich auch einzelne biographisch und/oder ethnographisch angelegte Studien über die Bewertung von Leistungen und Wirkungen auf das Erleben, Denken und Handeln der Adressatinnen und Adressaten.

Fast zeitgleich hat sich ebenso in den letzten Jahren eine nicht unerhebliche empirische Forschung über die Kinder- und Jugendarbeit entwickelt, eine Aufarbeitung von Sekundäranalysen der vorhandenen Studien seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingeschlossen. Diese neue Wissenslinie blieb allerdings in der pädagogischen Fachpraxis relativ unbeachtet.

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Es gibt also empirisches Wissen über die Kinder- und Jugendarbeit. Diese Stränge herauszuarbeiten, zusammenzuführen und für die weitere Diskussion um die Zukunft der Kinder- und Jugendarbeit nutzbar zu machen, ist zentrales Anliegen des Nürnberger Forums der Kinder- und Jugendarbeit 2011. Folgende Fragen stehen dabei im Mittelpunkt:

  • Welche Datenquellen sind verfügbar, welche können geschaffen und/oder aufgebaut werden?
  • Welche Perspektiven können dabei eingenommen werden (quantitativ: Umfang, Verbreitung, Struktur, Nutzung und Reichweite der Angebote, oder qualitativ: analytische Untersuchungen zu Konzeptionen und Programmen)?
  • Wie kann das Dilemma der zwar sichtbaren, aber kaum beschreibbaren Wirkungsformen der Kinder- und Jugendarbeit überwunden werden?
  • Wie können Netzwerkstrukturen genutzt werden, um komplexere Datenmengen und Untersuchungsreihen aufzubauen, Wissen auszutauschen und Untersuchungsansätze besser verfügbar zu machen?

Das Nürnberger Forum der Kinder- und Jugendarbeit 2011 wird diese Fragestellungen aufgreifen, über Erfahrungen reflektieren und Ansatzpunkte für die eigene Datenpraxis und Wirkungsanalyse geben. Neben den fachlichen Inputs durch Hauptreferate werden auch praxisorientierte Ansätze in Form von Workshops und Projekt-Präsentationen dargestellt. Ein Seitenblick geht dabei auch auf andere Handlungsfelder: Wie machen es andere?

Die Fachtagung richtet sich an Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendhilfe und verwandter Felder der Sozialen Arbeit, der Jugendhilfe- und Sozialplanung und alle mit dieser Thematik befassten Institutionen, Einrichtungen und Kooperationspartner sowie insbesondere auch Studierende der Sozialwissenschaften und der Sozialen Arbeit.

 

Kooperationspartner

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